Regattaberichte
Start Hessenregatta 1. Tag von der Blue Lady mit Thats Life im Hintergrund


Nach der sonnenverwöhnten Hessenregatta 2018 war dieses Jahr mal Kontrastprogramm angesagt. So viel schon mal vorab: Nebel und keine Möglichkeit die Konkurrenz zu beobachten macht die ganze Wettfahrt irgendwie spannend.... Daher hier die gesammelten Regattaberichte von dieser außergewöhnlichen Hessenregatta, die für den Segel Club Rüsselsheim mit dem 4. Gewinn des Hessencups gekrönt wurde. Der Versuch den Schinken für die schnellste Yacht auf der letzten Etappe zu gewinnen wird nicht aufgegeben. Nächstes Jahr gelingt dies vielleicht ja einem 4. Vereinsboot. Denn aller guter Dinge sind 4 oder so ähnlich^^

Vor dem Start

Liebe Segelfreunde.
Alle Boote des SCR 03 sind nun in Burgtiefe auf Fehmarn angekommen. Der Trainingstag vor Fehmarn brachte mehr Wind als vorher angesagt. 20 bis 23 Knoten Wind aus NE draussen und Sonne sorgten für reichlich Segelspass. Da der Wind ähnlich bleiben wird, wird es morgen wohl sehr sportlich in der Kreuz nach Gedser.  Viele Skipper tauschten heute noch die Vorsegel. Statt Genua wird nun mit der Fock gesegelt.  Das Grosssegel muss auch gerefft werden, sollte der Wind so bleiben. Einen krankheitsbedingten Ausfall gab es bei einem Crewmitglied leider schon. 
Sonntag Morgen ist der erste  Start um 09:00 Uhr. Heiko und Klaus starten um 09:10 Uhr Stefan um 09:30 Uhr. 

Viele Grüße  von der Hessenregatta nach Hause 
Klaus

1. Tag: Von Burgtiefe nach Gedser

Neblig war's.
Soviel zum Beginn des Berichts.

Der Tag hatte es in sich. Für alle ein Novum: Nebel Start heißt erstmal das Startschiff im Nebel finden. Die Starts verliefen für die drei Boote des Segel Club Rüsselsheim 03 problemlos. Einige Teilnehmer der Regatta vermuteten die Startlinie jedoch auf der anderen Seite des Startschiffes, was wohl manchmal zu etwas unerwarteten Manövern führte, die der Mehrheit der Crews durch den Nebel jedoch verborgen blieben.
Nach der ersten Bahnmarke Staberhuk Ost wählte das Feld und auch die drei SCR 03 Boote unterschiedliche Routen: Während die Thats Life mit Heiko als Skipper direkt nach Norden segelte blieb die Blue Lady mit Skipper Klaus noch für einige Meilen auf Ostkurs. Stefan und seine Crew auf der Offshore bevorzugten es eine halbe Stunde nach Osten zu segeln, bevor sie den Kurs aufs Ziel anlegten.
Spannend für alle war die Querung des Kiel-Ostsee Weges mit reichlich Schiffsverkehr. Ist schon ein komisches Gefühl wenn plötzlich keine 500 m neben dir der Bug eines Container-Schiffes auftauchen könnte. Aber alle Teilnehmer kamen unbeschadet durch. Einige Teilnehmer ließen sich bei den ruppigen Bedingungen mit bis zu 1,5 Meter hohen Wellen und 15 bis 20 Knoten Wind in der Kreuz das Frühstück leider noch mal durch den Kopf gehen. Erfreulich früh waren die Boote des SCR 03 an der Ziellinie.
Dramatisch wurde es jedoch für die Crew der Offshore von Stefan. Keine 3 Sekunden nach Aufnahme der Zielzeit riss das Steuerseil und das Boot fuhr zunächst unkontrolliert Kreise bis die Crew die Segel gebändigt und die Notpinne aufgesetzt hatte.
Dies war nicht nur stressig für die Crew der Offshore sondern auch für die anderen Teilnehmer an der Ziellinie, die nicht realisiert hatten was passiert war und trotz Rufen und Gestikulation erst im letzten Moment auswichen.
Die Blue Lady fuhr zur Offshore zurück und begleitete sie in den Hafen.
Nach vielen Telefonaten war klar, das heute abend keine und wahrscheinlich morgen in Stubbekøbing auch nicht gleich eine Reparatur erfolgen kann.
Doch Unser Freund Ecki Mikulski konnte helfen und die Steueranlage notdürftig reparieren, sodass die Crew auch am nächsten Tag starten kann.
Erfreulich auch die Ergebnisse.
Thats Life 1. Gruppe B
Blue Lady 2. Gruppe B
Offshore   3. Gruppe D
Dies ist eine gute Ausgangslage für die kommenden Tage.

 

2. Tag: Von Gedser nach Stubbekøbing

Motto auch heute wieder, findet das Startschiff: Start im Nebel.
Die Regattaleitung versucht die Regattateilnehmer zu verwirren. Per Funk wurden die Koordinaten des Startschiffs durchgegeben, die stimmten allerdings nicht mit der regulären Position überein und auch die Angabe einer Fahrwassertonne in der Nähe half nicht zur Klärung. Doch nach etwas suchen haben alle die Startlinie gefunden, fast wie Ostereiersuchen auf dem Wasser.
Start war für Heikos und Klaus Crew um 09:10 Uhr, Stefan und Crew folgten um 09:30 Uhr. Der Wind wehte mit 11 Knoten aus NNO. Bis zur ersten Bahnmarke ging es mit Am Wind bis Halben Wind. Stefan hatte erschwerte Bedingungen: Das Ruder der Offshore funktionierte nach der Reperatur seitenverkehrt. Das steuern erforderte somit massives umdenken. Trotzdem konnten sie ihre Taktik umsetzen und bis zum Ziel durchsegeln. Im Nebel konnte man nie die anderen Teilnehmer sehen, das hatte jedoch auch seine Vorteile. Man konnte sich somit ungestört von Konkurrenten auf die Segeltechnik und eigene Taktik konzentrieren. Der Wind variierte zwischen 6 bis 15 Knoten mit relativ konstanter Windrichtung. Ab der Tonne Trindelen ging es auf die Kreuz Richtung Ansteuerungstonne Grönsund, die die Zieltonne darstellte. Mit leichter Gegenströmung in Landnähe war die Taktik klar, nicht zu nah an die Küste fahren. Kurz vor Regattaende gab es einen sehr positiven Winddreher nachdem der Nebel sich endlich lichtete und Thermik einsetzen konnte. Der Winddreher ermöglichte es Stefan und seiner Crew auf einem Anlieger ohne Wenden von der Tonne Trindelen bis zum Ziel durchzufahren. Ihnen gelang es dadurch trotz des massiven Ruder Problems einen Wahnsinns Platz zu ersegeln. Sie wurden sensationell erster in ihrer Gruppe D. Klaus und Crew konnten auch den ersten Platz in der Gruppe B ersegeln. Heikos Crew wurde dritter in der Gruppe B.
Nach dem passieren der Zieltonne konnte noch wunderbar bei strahlendem Sonnenschein Richtung Stubbekøbing gesegelt werde. Das Hafenbecken war bis auf einen Saugbagger wieder komplett geräumt für die Teilnehmer der Hessenregatta. Es spielte eine Live Band und die Grillsaison war schon vorbereitet durch den Hafenmeister. Heute morgen noch unvorstellbar, es wurden kurze Hosen und T-Shirts ausgepackt und gesonnt.
Jetzt sitzen wir alle auf der Blue Lady zusammen und lassen den spannenden Regatta Tag Revue passieren.

Wir melden uns morgen aus Warnemünde
Heiko, Klaus und Stefan

3. Tag: Von Stubbekøbing nach Warnemünde

Die längste Etappe der Hessenregatta konnte dieses Jahr mangels Wind nicht gestartet werden.
Zwar fanden heute alle wegen hervorragender Sicht  sofort das Startschiff. Dennoch mussten alle Boote unter Maschine  hinter dem Startschiff nach Süden fahren um den Wind zu finden. Nachdem zwar kein Wind, aber dafür erneut Nebel aufkam wurde bei Gedser die Wettfahrt abgebrochen und die restliche Strecke zum Großteil unter Motor zurückgelegt.

4. & 5. Tag: Bergfest und von Warnemünde nach Grömitz

Am Mittwoch war ein rennfreier Tag in Warnemünde. Die Crews konnten individuell den Tag gestalten. Das Wetter war nicht so wie im letzten Jahr, so dass das entspannen in Strandkörben ausfallen musste. Abends dann das Bergfest im Lokschuppen, bei Matjes, Veggieburger, die durch Umstellung auf Porzellan und Metallbesteck mindestens doppelt so gut schmeckten. Im Verlauf des Abends wurde dann auch wieder das Tanzbein zu internationaler und hessischer Musik heftig geschwungen. Mit der Fähre um 23 Uhr ging es für die SCR 03 Crews zurück zum Jachthafen Hohe Düne. Denn jeden Morgen ist Wecken um 6 Uhr.
Am Donnerstag um 8:10 Uhr legten die Boote ab um rechtzeitig draußen zu sein und die Startlinie zu vermessen, um die günstigste Startposition zu ermitteln.
Bei 8 bis 10Knoten Wind aus WNW ging es auf die Kreuz. Es gab mehrere taktische Varianten. Die SCR 03 Boote probierten 3 Möglichkeiten aus: THATS LIFE kreuzte unter Land auf der 5 bis 10 Meter Wassertiefenlinie bis Kühlungsborn um die mitlaufende Strömung zu nutzen. Gefühlte 15 Wenden und dem Wind folgende bogenförmige Kurslinien führten in der Endabrechnung zum 1. Platz der Gruppe B. Die OFFSHORE nahm die Option "Wir fahren keine Wende" von der Startlinie weg segelten sie nach NNW um später einen Winddreher nach Süden zu nutzen. Eine geniale Variante, die auf dem Kartenplotter eine unglaubliche Route hinterlies... Diese führte zum vierten Platz der Gruppe D.
Die Blue Lady Crew nahm die 3. Variante: Zunächst unter Land 4 Kreuzschläge dann im Bogen mit dem Winddreher zum Ziel. Was dann zum 3. Platz führte.
Erschrocken hatte sich die Blue Lady Crew als 0.5 sm nach dem Start bei einer Wende plötzlich eine große Motoryacht 5 m hinter uns auftauchte, die sich geräuschlos näherte und rücksichtslos durch das Startprozedere fuhr.
Nur durch geistesgegenwärtiges abbrechen der Wende und rückwärts aufstoppen des Motorboots konnte ein Unfall verhindert werden. Hier ging es um Zentimeter, bevor es zum Crash gekommen wäre...

Die Wettfahrt wurde wegen abflauendem Wind verkürzt um auch den langsameren Schiffen die Möglichkeit zum Zeiten zu geben. Daher wurden die 10 Seemeilen von der Zieltonne nach Grömitz auf den Schiffen zum Kochen und Essen verwendet, da die Crews bei schwacher Brise und schönem Wetter Grömitz segelnd erst spät erreichten.

6. Tag: Von Grömitz nach Fehmarnsund / Siegerehrung

Am Freitag, dem letzten Regattatag, mussten wir noch früher raus. Wecken 05:30 Uhr. Um 8 Uhr starten hier zunächst die Chartergruppen, somit Gruppe B um 8:00 Uhr, Gruppe D um 08:10 Uhr.
Hier konnte sich Heikos Crew vom Start weg mit der Silly Jilly zusammen vom Feld bei diesem Spinnaker Kurs absetzen. 
Die Blue Lady Crew kam eben falls gut vom Start weg. Allerdings konnte man sich nicht von der Endlex freisegeln, die jede Bewegung mitmachte und ein Überholen verhinderte. Also trieben wir diese vor uns her, allerdings weg von der Ideallinie. Auch die Offshore Crew hatte einen guten Start und war tatsächlich auch als erster ihrer Gruppe an der Zwischenzeit Tonne Schwarzer Grund.
Die Thats Life zeitete hier als Erste von Allen und setzte ihren Erfolgskurs bis zum Ziel durch. Der geplante Winddreher kam zum rechten Zeitpunkt und bescherten der Crew den " First Ship Home" Titel .
Für alle Schiffe die danach unter Land blieben wurde es dramatisch. Drehende Winde führten zu einem Kurschaos, denn mit dem Spi kann man nicht so gut manövrieren. Die Yachten, die mehr ablandig segelten hatten stabileren Wind und zogen vorbei. Das betraf auch die Blue Lady, die weit unter Land segelte.

So gab es im Letzten Rennen noch für die Offshore und Blue Lady je einen 4. Platz.
Nach der Abgabe der Schiffe ging es um 18 Uhr zur Siegerehrung

Es hat sich sicher schon herumgesprochen das die drei SCR 03 Boote bei der Hessenregatta recht erfolgreich waren.

Die Platzierungen daher:
Thats Life mit Heiko, Julian, Mathias, Max, Ralf und Ulli: 1. Platz Gruppe B und 3. Platz in der Hessenmeisterschaft
Blue Lady mit Klaus, Betsy, Catrin, Marcus, Marijke und Peter: 2. Platz Gruppe B
Offshore mit Stefan, Alex, Crissi, Jens, Marcus und Robert: 2. Platz Grupe D

So weit wir uns erinnern können, haben dabei  zum ersten Mal alle Boote des SCR 03 in ihren Gruppen einen Pokal gewinnen können!
Daher sind wir alle auch sehr stolz den Hessen-Cup mit diesem hervorragenden Ergebnis zum vierten Mal in Folge gewonnen zu haben!

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